Verbrechensopfer für Wahlkampf missbraucht

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wir Freien Demokraten hoffen, Sie hatten ein angenehmes Weihnachtsfest und einen fröhlichen Jahreswechsel. Wir alle wissen, dass Menschen in Magdeburg so kurz vor Weihnachten großes Leid erfahren mussten. Diese Leute haben wie auch viele von uns nur die fröhliche Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt erleben wollen. Nachdem ein Gestörter mit dem Auto Menschen getötet und verletzt hatte, mussten sie sich von der Verwaltung erklären lassen, das Sicherheitskonzept hätte funktioniert, diese Art von Anschlag sei nicht vorhersehbar gewesen. Welch eine Frechheit! Der Rettungsweg für Krankenwagen war nicht abgesperrt, sonst hätte der Verbrecher nicht so einfach auf das Marktgelände fahren können. In Neunkirchen hat die Polizei den Rettungsweg des Weihnachtsmarktes mit einem quer stehenden Auto so abgesperrt, dass er schnell für Rettungswagen zu öffnen war.
Nur wenige Stunden später traten viele Regierungsvertreter in Magdeburg vor laufenden Kameras auf. Sie haben ihre Standard-Mitleidsbekundungen abgespult und Selbstverständlichkeiten über Aufklärung der Tat, transparente Strafverfolgung und gesellschaftlichen Zusammenhalt verkündet.
Ich glaube nicht, dass so etwas den Bürgern Magdeburgs und den Opfern in irgendeiner Weise geholfen hat oder Betroffene trösten konnte. Ich halte diesen politischen Katastrophen-Tourismus für zynisch. Aber im Wahlkampf soll es ja Politikern helfen, wenn sie in den Fernsehnachrichten gezeigt werden, Hauptsache ist, Bilder zu verbreiten, egal zu welchen Anlass.
Zum Jahreswechsel richten viele Bürger die eigene Orientierung neu aus. Das Nachdenken über den Anschlag in Magdeburg stellt die Frage, ob solche Art von Wahlkampf mit der eigenen Stimme belohnt werden sollte.
Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2025 in freier Selbstbestimmung und gefestigter Demokratie.